Wenige Tage ist es her, dass ein 42-Jähriger Passant in der Dortmunder Innenstadt von zwei Männern attackiert und mit einem Messer lebensgefährlich verletzt wurde. Tataufnahmen zeigen zwei Verdächtige mit südländischem Aussehen. Wenige Monate ist die Bekanntmachung her, dass der Dortmunder Hauptbahnhof als kriminellster Bahnhof Deutschlands gilt.

Polizeipräsident Lange scheint ein sehr kurzes Gedächtnis zu besitzen. Denn kürzlich behauptete er in einer Pressekonferenz, dass die Dortmunder City „sicher“ sei. Es hätte große Erfolge in der Kriminalitätsbekämpfung gegeben. Brennpunkte würden angeblich nicht mehr existieren. Ein Hohn für jedes Opfer eines Messerangriffs, von denen es in Dortmund allein letztes Jahr rund 420 Delikte gab.

Nicht nur die Zahlen widersprechen den Bagatellisierungsversuchen des Polizeipräsidenten. Drogenkonsumenten, Dealer und herumlungernde Migranten machen den Hauptbahnhof und seine Umgebung zu einem Ort, den die meisten Dortmunder lieber meiden. Auch der Zustand der City dürfte ein Grund dafür sein, dass rund 30 Prozent der Dortmunder ihre Stadt verlassen wollen.

Es muss daher die Frage erlaubt sein, wann sich Herr Lange letztmalig in der City aufhielt. Denn „sicher“ war die City wohl zuletzt vor über zehn Jahren. Kurz vor der Kommunalwahl wollte Lange seinem Oberbürgermeister noch einmal eine positive Amtsbilanz bescheinigen. Er selbst büßt dadurch nur weiter an Glaubwürdigkeit ein.