„Der Freiheit eine Gasse“ – so schrieb einst der revolutionäre Dichter des Vormärz Georg Herwegh dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein in sein Liederbuch. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat dieses Motto geringfügig geändert: „Der Freiheit eine Sackgasse“…
https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/freiheit-ist-ein-wundersames-tier/
Den Messestand der „Jungen Freiheit“ hatte man an einen Katzentisch am Ende eines langen Ganges platziert. Für wie gefährlich muß man Meinungsfreiheit in Deutschland inzwischen halten, wenn die Redakteure eines doch eher zahmen konservativen Blattes wie Aussätzige behandelt und unter Quarantäne gestellt werden? Kubitschek – ein Mann der die rhetorische Klinge erheblich schärfer wetzt – hatte sich auf Demütigungen dieser Art gar nicht erst einlassen wollen und für seinen Antaios-Verlag keine Anmeldung zur Frankfurter Buchmesse eingereicht. Doch die Freude seiner Widersacher im Börsenverein währte nur kurz, denn zu Messebeginn saß der alte Fuchs plötzlich mitten im Gehege…
Dabei hätte man schon beim Firmennamen „Loci-Verlag“ mißtrauisch werden können. Die nordische Sagenwelt kennt „Loki“ als den listenreichen Helfer der Götter. Wagner läßt ihn in seinem Ring des Nibelungen als „Loge“ auftreten, um für Wotan immer dann die heißen Kartoffeln aus dem Feuer zu holen, wenn die Probleme selbst für den allmächtigen Chef unlösbar erscheinen. So gründet man einen Verlag, der noch kein einziges Buch im Programm hat, mietet sich auf der Messe einen repräsentativen Stand, kauft mal eben Antaios und schon steht alles Kopf. Zumal Götz Wotan Kubitschek verkündet, fortan als Politikberater reüssieren zu wollen:
Selbst CDU-Politiker würden in Schnellroda schon Schlange stehen – wundert sich die FAZ:
Was für eine Oper! Was haben wir gelacht! Der Fuchs sitzt grinsend im Hühnerstall und all das Feder führende Federvieh flattert, gackert und geht sich gegenseitig auf die Eier. Erstklassige Vorstellung, die selbst ein altersseniler Pausenclown noch nutzen will, um etwas Aufmerksamkeit abzustauben:
Hast Du einen Opa, schick ihn nach Europa. Auch dem Martin Sonneborn ist jenes Mandat nicht gut bekommen. Das aus dem letzten Jahrhundert stammende Witzfossil braucht offenbar Publicity, denn es hat den Anschluß verloren an junge, dynamische Gesinnungshumoristen vom Schlage Böhmermann. Gegen dessen Tiraden wirkt so eine Stauffenberg-Attrappe mit einer schlecht sitzender Uniform aus dem Zehlendorfer Kostümverleih allenfalls peinlich verschnarcht.
Mensch Sonneborn, ham schon herzlicha über Sie jelacht. Wegtreten!
Apropos Stauffenberg. Das Attentat mit der Bombe in der Aktentasche hat ja nun bedauerlicherweise nicht geklappt. Der GröFaZ scheint auf ewig weiterzuleben, denn man benötigt ihn scheinbar immer noch als Maßstab des absolut Bösen. War es früher noch die schlimme Hexe, der Leibhaftige oder die Schwiegermutter, braucht es heute grundsätzlich stärkeren Tobak, um Abscheu zu versinnbildlichen. Mit irgendwas unterhalb Hitler machen wir es nicht mehr, fangen wir gar nicht erst an. Globalisierungskritiker? Da wächst doch sicher ein Bärtchen unter der Nase! Hat der Gauland bestimmt beim Führer abgeschrieben, mutmaßt der Tagesspiegel. Bis einem Leser auffällt: Nee, hat der Gauland wohl eher dem Tagesspiegel entnommen…
https://bazonline.ch/ausland/europa/der-gaulandgau/story/11818170
Da wir gerade auszogen, das braune Gruseln zu lernen: In den USA hat das Kwallitäts-Blatt BILD einen Nachfahren des verhinderten Kunstmalers ausfindig gemacht. Ein Großneffe von Adolf dem Verblichenen lebt auf Long Island, mag den Trump nicht leiden und bekennt, ein Fan von Angela Merkel zu sein!
Hossa! Das war knapp! Man stelle sich vor, der Großneffe des Führers hätte seine Sympathie nicht der amtierenden Kanzlerin der Herzen, sondern einem Björn Höcke angedeihen lassen! Dann wäre der Sonneborn sofort mit tickender Aktentasche zur Dienstreise nach Bornhagen abkommandiert. Stattdessen fordert der Thüringer AfD-Chef doch tatsächlich eine klare Abgrenzung zur NPD:
Der Schwarze Peter liegt (nach linksgrüner Auffassung) jetzt also bei der CDU:
Und während sich eine Gruppe „Juden in der AfD“ formiert, wäre im Gegenzug die Gründung einer Plattform „Antisemiten in der SPD“ folgerichtig…
https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32959
Beatrix von Storch kann sich sogar Muslime in der AfD vorstellen und sorgt damit für Erstaunen…
Warum eigentlich? Bassam Tibi ist Moslem und trotzdem ein kritischer Geist. Von ihm stammt auch der folgende Text, den ich dem geneigten Leser als Artikel der Woche ans Herz legen möchte:
https://bazonline.ch/ausland/europa/der-zerfall-der-politischen-kultur-in-deutschland/story/20162025
Tibi warnt vor seinen Glaubensbrüdern, da er als Insider die Gefahren realistischer einschätzt, als die weltfremden Apologeten einer naiven Willkommenskultur:
Letztere soll in zwei Monaten in Marokko in einem Pakt als Weltformel für Migration verabschiedet werden. Doch nicht mehr nur die USA und die Ungarn stellen sich quer…
https://orf.at/stories/3056461/
Übrigens, wer sich für den Wortlaut des Papiers interessiert, wird hier fündig:
In Deutschland hängen illegale Migration und Staatsversagen unmittelbar zusammen. Zur Gemeinsamen Erklärung für den Petitionsausschuß des Deutschen Bundestags…
https://www.achgut.com/artikel/erkklaerung_2018_das_stemen_von_heute
fand in der letzten Woche die Anhörung statt. Das einstündige Ereignis ist sehenswert:
https://www.youtube.com/watch?v=cXUv3xO3F_c&feature=youtu.be
Wer dafür die Zeit nicht hat, sollte zumindest die Kurzfassung genießen:
https://www.achgut.com/artikel/broders_lektion_in_sachen_demokratie
Darüber hinaus gäbe es noch so einiges aus der vergangenen Woche zu kommentieren, wie etwa die Forderung nach politischen Kopfnoten im neosozialistischen Schulsystem der BRDDR…
oder die Halal-Schlachtung eines Dissidenten im saudischen Konsulat in Istanbul. Immerhin soll der Gesang der Knochensäge per Apple-Podcast Verbreitung gefunden haben…
oder die ungehört geblieben Warnung des IWF über fiskalische Hybris und konsumtive Verschwendung in Deutschland…
oder die Anamnese zur Befindlichkeit unserer Feinstaub-Hypochonder…
All diese Themen sind interessant, müssen jetzt aber in den Hintergrund treten, denn das Ergebnis der Bayernwahl erscheint auf dem Monitor:
https://www.landtagswahl2018.bayern.de/
CSU und SPD haben beide über 10% eingebüßt. Die AfD schafft aus dem Stand den Einzug in den Landtag mit über 10% und die Grünen sind mit fast 9% Zugewinn nunmehr zweitstärkste Kraft. Wie konnte das geschehen? Professor Patzelt erklärt die Migration der Wähler wie folgt…
und Tichy meint, die CSU habe es weniger hart erwischt, als die SPD und mit den Grünen siegt das Gefühl über den Verstand…
https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/bayernwahl-csu-ist-noch-einmal-davongekommen/
abgesehen davon hat Bayern ein Migrationsproblem mit grünen Saupreissn, die oftmals frisch von den Universitäten der gesamten Bundesrepublik ins gelobte Hipster-Paradies von bayrischen Technologiefirmen angeworben werden:
Tatsächlich könnte die CSU auch dadurch Marktanteile eingebüßt haben. Wirklich schlimm sieht es aber für die Sozen aus. Deren Malocher-Klientel scheint auszusterben und die noch verbliebene Zielgruppe der „kleinen Leute“ fühlt sich von der real existierenden SPD schon lange nicht mehr vertreten. Selbst in der Kunst ist heute mehr Rebellion, als im spießigen Mief der Sozialdemokratie. Damit wären wir beim Positiven, welches uns – wie immer zum Schluß – den Blick heben lassen soll. Denn nicht nur Kubitschek hatte einen Coup gelandet, auch Banksy war mit einer genialen Aktion am Start:
https://www.youtube.com/watch?v=z4ZudVf2PNc
Moment mal, werden jetzt einige sagen, der Mann ist doch bestimmt ein Linker! Nun, davon ist mit Sicherheit auszugehen. Trotzdem bin ich ein Fan von ihm, denn im Unterschied zu den allgegenwärtigen Salonbolschewisten im Kulturbetrieb ist sein Werk tatsächlich subversiv. Er verachtet das Establishment der Kunstvermarkter und zieht ohne Anbiederung sein Ding kompromißlos durch – ja, wenn es sein muß, auch das eigene Bild durch den Schredder im Rahmen. Das dekadente Imperium aber schlägt zurück. Sein zerfranstes Bild ist jetzt mehr Wert, als das noch vor einer Woche intakte Original.
Thats why: Hey Banksy, do it again!
yours
Andreas Urbanek
Sprecher AfD-Kreisverband Dortmund